Wie ein Mustang Mach 1 zum heimlichen Star wurde


Die Leidenschaft für amerikanische Muscle Cars wurde bei mir schon in den Jugendjahren geweckt, einige Freunde fuhren Chargers, Broncos und ähnliches, und schon damals faszinierte mich der Sound eines V8. Selber leisten konnte ich mir so ein Fahrzeug als Studentin allerdings leider nicht.


In den ersten Berufsjahren und mit Kind waren dann jahrelang andere Dinge wichtiger. Aber die Sehnsucht blieb! Und das Feuer loderte 2017 wieder dramatisch hoch, als wir für ein Fotoshooting im Mad Max Stil - als Vorspiel zum Grazer Tuntenball - ein passendes Auto gesucht und schlussendlich auch gefunden haben.


Was gar nicht so einfach war, denn die allermeisten Fahrer amerikanischer Autos sind ja darauf bedacht, das Auto so gut wie möglich dastehen zu lassen, chromblitzend und blankpoliert! So etwas hätte natürlich überhaupt nicht zum Thema gepasst, wir suchten nach einem echten Rat Car, verbeult, verrostet und gammlig.


Glücklicherweise konnte man mir beim American Car Club Graz (ACCG) aushelfen und den Kontakt zu Robert herstellen, dessen Mach 1 perfekt in die Szenerie passte! Er hätte sich wohl auch niemals vorstellen können, dass gerade sein Rat Car mal gefragter ist als die polierten Schönheiten aus dem Club! Für eine Kiste Bier hat er sich dann einen halben Tag Zeit genommen, und wir hatten sehr viel Spaß! Ohne ein passendes Auto wäre das Shooting lange nicht so toll geworden!


By the way, der Spaß bei diesem Shooting hatte ein unvergessliches Vorspiel: bei der Fahrt zur Location (einem Steinbruch nördlich von Graz) wurden wir von der Polizei angehalten. Wir hatten zuhause beim Stylen schon ein wenig vorgeglüht, für die "Lässigkeit" beim Shooting, und waren wohl auch ein wenig zu schnell dran (wie immer...). Als Mario das Fahrerfenster runterließ, erntete er gleich ziemlich erstaunte Blicke ob des unerwarteten Anblicks von Fahrer und Beifahrer. Wegen der verdunkelten Fensterscheiben war der Rest der Crew im Fonds nicht gleich zu sehen.


Leider hatte er seinen Führerschein nicht dabei, weshalb ich aus dem Off angeboten habe zu fahren. Das hielten die beiden Polizisten für eine gute Idee. Dann wurde die Szene hollywoodreif: Die hintere Tür geht auf und zwei äußerst leichtbekleidete Damen schälen sich heraus. Augenblicklich sinken die polizeilichen Kinnladen bis zu den Knien! Der beiläufig entgegengestreckte Führerschein wird gar nicht wirklich beachtet, vielmehr ruhen die Blicke auf meinem Hinterteil, als ich umständlich über den Fahrersitz gebeugt ein Handtuch fixieren will, damit mein Nietengürtel den edlen Ledersitz nicht zerkratzt. Die Kinnladen schließen sich erst wieder, als ich endlich am Fahrersitz sitze und alle Wüstenfüchse wieder im Auto verstaut sind.


Was soll ich sagen? Unser Auftritt hat uns wohl vor einer saftigen Strafe bewahrt, wir haben sehr viel gelacht und den Polizisten wahrscheinlich den Tag gerettet. Und die allerbeste Fotografin der Welt (www.karinhaas.com) hat sich wieder einmal selbst übertroffen!




68 Ansichten

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen