Mustang Mach-E - die ersten 500 km

Seit einer Woche steht der Mustang Mach-E nun bei uns im Stall und wurde gleich mal ausreichend in der Stadt, überland und auf Autobahnen bewegt. Daher ist es nach den ersten 500 km Zeit für ein erstes Resümee. Gleich vorweg: die Begeisterung wächst!


Mustang Mach-E AWD Standard Range weiß mit Perleffekt
Böser Blick - trotz tollem Fahrvergnügen!

Dichter Schneefall, Nebel auf der Autobahn, Nässe, Temperaturen unter dem Gefrierpunkt - der Mach-E wurde in seinen ersten Tagen in freier Wildbahn nicht geschont. Wie er sich im Schnee geschlagen hat, haben wir schon getestet (Endlich im Stall - der Mustang Mach-E). Nun hat er auch die Feuerprobe auf der Autobahn und beim Schnellladen bestanden! Hier sind die ersten Eindrücke:


Mustang Mach-E AWD Standard Range Weiß mit Perleffekt Seitenansicht
Das Cross-Over SUV Design ist sehr gelungen!

Optik: zwei Jahre lang habe ich nach einem E-Auto gesucht, bei dem es "boom!" macht. Alle damals verfügbaren Modelle waren entweder zu teuer, zu klein oder einfach langweilig. Dann hab ich den Mach-E auf einem Foto gesehen und wusste, der wird es! Ein Beweis dafür, dass auch E-Fahren durchaus Emotionen wecken kann. Die Silhouette ist schnittig, die Rücklichter referieren deutlich an den Legenden-Bruder, das Design ist rundherum gelungen. Von mir gibt's ein Like!


Fahrgefühl: die hohe Sitzposition bietet eine perfekte Rundum-Sicht, kleine Leute wie ich müssen allerdings erst eine Position finden, in der man nicht zu tief sitzt und trotzdem an die Pedale gelangt. Das Fahrwerk ist sehr straff, die Kurvenlage auch bei flotterer Fahrweise sehr vertrauenserweckend. Bis in hohe Geschwindigkeiten bleibt der Mach-E absolut ruhig in der Spur. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h habe ich leicht überschritten, und hatte durchaus das Gefühl, da geht noch was. Sensationell und unglaublich präzise ist der 1-Pedal-Drive Modus, ich will nie wieder etwas anderes!


Der Antritt ist dank 430 Nm unmittelbar und zügig, auch bergauf und im Normal-Fahrmodus. Wer "temperamentvoll" wählt, dem zieht es regelrecht den Hintern weg. Da wird sich das Benzin-Pony anhalten müssen! Ich nehme mir vor, den GT probezufahren, sobald er beim Händler meines Vertrauens verfügbar ist. Bin gespannt, wie sich 860 Nm in die Straße krallen!


Ausstattung: aus den vier Ausstattungsvarianten und zwei Technologiepaketen habe ich die Vollausstattung gewählt (AWD und Technologiepaket 2), aber die kleine Batterie. Damit ist so gut wie alles vorhanden, was sinnvoll ist: elektrische Sitze und Heckklappe, zahlreiche Assistenzsysteme, B&O-Soundanlage, 360°-Kamera. Die Bedienung erfolgt über den riesigen 15,5''-Bildschirm, der in der Mitte des Armaturenbretts angebracht ist. War dies ursprünglich der einzige Punkt, der mir optisch nicht so zusagte (Tesla-Copy), habe ich ihn jetzt schon schätzen gelernt. Anders als beim Tesla gibt es aber noch ein paar Knöpfe am Lenkrad und Armaturenbrett. Wer will schon drei Menüs durchscrollen, um das Licht einzuschalten? Ein kleineres Display direkt in Fahrersichtweite zeigt die wesentlichen Daten an (v.a. Restreichweite) und ersetzt damit auch die völlig nervigen Head-up-Displays.


Die schwarzen Kunstledersitze mit roter Steppung sehen edel aus, sind bequem, aber eben keine Sportsitze. Das Armaturenbrett sorgt mit den unüblichen Textilelementen für einen Überraschungseffekt. Die gesamte Ausstattung erscheint hochwertig und langlebig.

FordPass App Mustang Mach-E Reichweitenanzeige

Reichweite und Laden: die Standardreichweite bei der kleinen Batterie wird mit 400 km angegeben. Die erreicht man allerdings nur im Optimalfall, also bei Außentemperaturen zwischen 15-20°C und sehr gemäßigter Fahrweise. Sehr hilfreich, dass der Mach-E die wahrscheinliche Reichweite aufgrund der aktuellen Außentemperatur und der persönlichen Fahrweise vorab berechnet. Bei 0°C Außentemperatur beträgt diese bei vollständig geladener Batterie beispielsweise nur mehr knapp 270 km. Der absolute Reichweitenkiller ist aber die Geschwindigkeit. Alles über 120 km/h lässt sie dahinschmelzen wie Butter in der Sonne.


Praktisch, dass man mit der mitgelieferten Ladekarte Zugang zu einem Ladenetzwerk erhält, in dem sich europaweit aktuell ca. 200.000 Ladepunkte befinden, u.a. von Ionity, Moon, smatrics und has.to.be. Da findet sich sicherlich alle 15-30 km eine Lademöglichkeit. Mein erster DC-Ladeversuch bei einer Ionity-Station in Kärnten verlief absolut reibungslos, im ersten Jahr zahlt man bei Ionity beispielsweise keine Grundgebühr und nur die Hälfte für die bezogene kWh.


Am Anfang war die Ladesteuerung zuhause etwas tricky. Mittlerweile habe ich gecheckt, wie man einen maximalen Ladestand eingeben kann, sodass die Batterie beispielsweise nur bis 80 % geladen und der Vorgang dann beendet wird. Die Funktion ist leider etwas versteckt, sodass ich ein paar Tage gebraucht habe: in der FordPass App gibt es die Möglichkeit, oft genutzte Ladepunkte einzutragen (über Fahrzeug/Ladeeinstellungen/manuell/bevorzugte Ladezeiten einrichten). Dort einfach die Wallbox zuhause eintragen und dann für diesen Ladepunkt den maximalen Ladestatus festlegen. Während des Ladevorgangs kann noch manuell auf 100 % erhöht werden, wenn man doch noch etwas mehr Reichweite benötigt. So kann man auch mit allen anderen öfter verwendeten Ladepunkten verfahren (z.B. bei der Arbeit, im Shopping Center, etc.).


Mustang Mach-E Display Verbrauchsdaten

Verbrauch: der Normverbrauch wird nach WLTP mit 17 kWh/100 km angegeben. Aber auch hier gilt natürlich: das ist nur ein Richtwert, eher am unteren Ende der Fahnenstange. Innerstädtisch habe ich einen Verbrauch von ca. 12-15 kWh/100 km beobachtet, meine rasante Kärnten-Fahrt mit Hochgeschwindigkeitstest, kalten Temperaturen sowie eingeschalteter Heizung und Radio hat 26 kWh/100 km im Schnitt gekostet. Das ist vollkommen in Ordnung und kann nur weniger werden!






Ford Mustang Mach-E Display Spurhalteassistent
Der aktivierte Spurhalteassistent wird über eine grüne Klammer angezeigt.

Assistenzsysteme: Mit Technologiepaket 2 ist der Mach-E mit mehreren Assistenzsystemen ausgestattet: Der Tempomat mit vierfach verstellbarer Abstandskontrolle ("großzügig" bis "am Heck des Vordermanns klebend") ist über das Lenkrad zu bedienen, ebenso wie der Spurhalteassistent. Der ist etwas penetrant bei Normaleinstellung, vor allem in langgezogenen Autobahnkurven. Im geringsten Eingriffslevel ist es auszuhalten, mit einem Doppelklick direkt am Lenkrad kann er aber auch komplett ausgeschalten werden. Sehr gut finde ich die Toter-Winkel-Anzeige, die direkt in die Außenspiegel integriert ist, sowie die Verkehrszeichenerkennung. Die 360°-Kamera ist etwas gewöhnungsbedürftig, außerdem bei feuchten Straßenverhältnissen sehr schnell verdreckt. Insgesamt hat man das Gefühl, dass die Systeme tatsächlich unterstützen und weniger nerven als in anderen Fahrzeugen.


Spielereien: wohl als Reminiszenz an den großen Benzin-Bruder gedacht ist das Fahrgeräusch, das man manuell einschalten kann, aber nur im Innenraum hörbar ist. Im Fahrmodus "temperamentvoll" soll das dann klingen wie ein V8. Eh süss, aber trotzdem eher entbehrlich. Das hat der Mach-E nicht notwendig!

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