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Gerne weitere 20.000 km!

Ein Jahr mit dem Mustang Mach-E: 20.000 problemlose, angenehme und kostengünstige Kilometer abgespult und die Begeisterung ist immer noch groß. Allerdings muss man eines sagen: Winterauto ist der Mach-E keines - die Reichweitenverluste sind bei tiefen Temperaturen enorm! Warum dennoch eine klare Kaufempfehlung ergeht, lest ihr hier.

Nach einem Jahr guckt er zufrieden, der Mach-E!

Wer ein Auto kauft - und das gilt insbesondere für ein Elektroauto -, der kann erst nach einem vollen Betriebsjahr sagen, ob es zu einem passt oder nicht. Unser Mustang Mach-E (Standard Range, 4WD) steht jetzt seit etwas mehr als einem Jahr im Stall und hat uns bereits 20.000 Kilometer quer durch Europa kutschiert. Daher ist es Zeit für ein Resümee: was ist gut, was gefällt weniger. Hier ein Überblick über alles, was uns im letzten Jahr so aufgefallen ist.


Womit uns der Mach-E begeistert:

  • Zuverlässigkeit: 20.000 km ohne eine einzige Fehlermeldung, irgendein unerklärliches Verhalten, Ausfälle oder ähnliche Unannehmlichkeiten - für ein elektrisches Erstlingswerk und ein Fahrzeug der ersten Produktionsrunde ist das nicht selbstverständlich. Vier Rückrufe gab es zwar, die wurden aber allesamt zur vollsten Zufriedenheit erledigt. Für solch problemloses und angenehmes Fahren gibt es die volle Punktezahl!

  • Platzangebot: trotz dem kompakten Abmessungen kann man im Mach-E buchstäblich wohnen. Vier Personen finden bestens Platz, mit sehr guter Bein- und Kopffreiheit. Ein fünfter, etwas schmälerer Mitfahrer ist ebenfalls noch locker drinnen. Der Kofferraum ist mit 502 Litern ausreichend groß und mit umgeklappter (teilbarer) Rückbank können auch größere oder unhandliche Gepäckstücke transportiert werden. Sehr praktisch ist der Frunk: hier finden Dinge, die man weniger oft benötigt, super Platz - entweder mit Trennfächern oder ohne. Das große Panoramadach sorgt dafür, dass der Innenraum gefühlt noch größer wirkt.

  • Fahrleistung: absolute Highlights des Mach-E sind die Beschleunigung und die Höchstgeschwindigkeit! Mit 430 Nm katapultiert sich das Strom-Pony aus dem Stand weg in knapp sechs Sekunden von 0 auf 100 km/h - für ein Alltags- und Familienauto wirklich herausragend. Im Fahrmodus "Temperamentvoll" geht es richtig zur Sache! Auch die 180 km/h Höchstgeschwindigkeit sind für SUVs dieser Größenordnung eher unüblich (gefahren sind wir zudem auch mal deutlich mehr). Klar ist ein E-Auto nicht dafür gedacht, dauerhaft so schnell dahinzujagen, aber ein zügiges Überholmanöver oder ein kurzer Sprint machen mit dem Mach-E richtig Spaß!

  • Reichweitenanzeige: gerade noch 20 km angezeigt und dann plötzlich leer? Das gibt es beim Mach-E nicht. Die Anzeige der Restreichweite ist wirklich unglaublich genau. Nicht selten sind wir - völlig gechillt - mit 4-5 km Restreichweite zur Ladestelle gefahren. Genügend Puffer sollte außerdem dafür sorgen, dass man auch bei 0 km Restreichweite noch ein paar Kilometer weit kommt - mussten wir allerdings noch nie ausprobieren.

  • Infotainment: mittlerweile habe ich das Riesen-Ding in der Mitte des Armaturenbretts lieben gelernt, trotz anfänglicher Ablehnung. Die Anzeigen - auch jene für den Fahrer - sind übersichtlich und man findet sich schnell zurecht. Die Verbindung mit Apple Car funktioniert einwandfrei. Die B&O-Soundanlage ist gut, auch wenn es durchaus noch bessere Soundsysteme gibt.

  • Laden: wir haben mittlerweile an allem geladen, was prinzipiell Strom für ein Elektroauto bereitstellen kann - von der Schuko-Steckdose bis zum High-Performance-Gleichstromlader. Der Mach-E hat sich mit allem zufrieden gegeben und keinerlei Mätzchen gemacht. Vor allem Plug&Charge beispielsweise an Ionity-Ladestellen ist sehr praktisch - Stecker rein und los gehts! Die maximale Ladeleistung von 150 kW wird hingegen nur über kurze Zeiträume erreicht - aber das ist auch bei anderen Elektroautos so.

  • Kosten: ein ganz wesentlicher Pluspunkt (gilt aber auch für andere Elektroautos)! 2022 haben wir insgesamt 4.710 kWh geladen, 75 Prozent davon daheim an der Wallbox. Die Kosten beliefen sich damit auf etwa 1.200 Euro oder 6,24 Euro/100 km (brutto). Knapp 360 Euro entfielen jedoch allein auf die Deutschland-Rundfahrt im Juli/August, wo wir fast ausschließlich (teuren) DC geladen haben. Für unseren BMW 120d wären für die gleiche Fahrleistung selbst bei einem Dieselpreis von 1,50 Euro etwa € 1.800 Euro angefallen - für den Mustang GT sogar über 3.000 Euro! Zu diesem Preisvorteil kommen noch günstige Versicherungsverträge (25 Euro Kasko im Monat!) sowie die Möglichkeit, die fahrzeugrelevanten Vorsteuern abzuziehen. Die erste Wartung ist erst in 10.000 km fällig, zu diesen Kosten können wir also noch nichts sagen.


Worüber wir uns manchmal ärgern:

  • Winterreichweite: man muss es sagen, wie es ist: der Mach-E ist kein Winterauto! Bei niedrigen Außentemperaturen geht die mögliche Reichweite (nach WLTP 400 km) wirklich spürbar zurück (zuletzt auf etwa 270 km), obwohl das Auto die meiste Zeit in der auch im Winter über 10°C warmen Garage steht. Das ist ein Verlust von gut einem Drittel! Steht der Stromer bei Minustemperaturen im Freien, muss man sogar mit noch weniger Reichweite rechnen. Vorwärmen der Batterie funktioniert nur, wenn das Auto angesteckt ist - also nicht bei Freunden oder in der Stadt. Gut, dass es bei uns im Winter nicht (mehr) oft Minusgrade hat, für den hohen Norden würde ich den Mach-E nicht empfehlen!

  • Verbrauch: mit 24 kWh/100 km über das gesamte Jahr gerechnet liegt der Mach-E verbrauchsmäßig sicher nicht im Spitzenfeld. Dafür ist er einfach zu schwer und wir sind einfach zu flott unterwegs - und im Winter haben wir's gern warm (20,5 - 21°C). Wem kältere Temperaturen im Innenraum nichts ausmachen und wer gerne mit maximal 100 km/h dahinsurrt, der kann sicherlich nochmal 3-4 kWh/100 km einsparen. Die Range lag bei unserem Pony jedenfalls bei Monatsdurchschnittswerten zwischen 16,5 (September) und 31,02 kWh (Dezember). Natürlich hängt der Verbrauch ganz wesentlich von den allgemeinen Außentemperaturen ab - im Dezember war es bei uns einfach saukalt.

  • Fahrsicherheit: zu Beginn wurde das schlechte Ansprechverhalten des ESP beim Mach-E bemängelt - zu Recht, bei flotten Kurvenfahrten oder Ausweichmanövern kam schon mal das Heck, auch beim Allrad. Tatsächlich durfte ich diese Erfahrung auch einmal machen. Ist nicht so prickelnd, wenn im Kreisverkehr auf nasser Fahrbahn plötzlich das Hinterteil nach außen drängt. Mittels OTA-Update wurde das ESP mittlerweile optimiert. Auch der ADAC hat bestätigt, dass die Sicherheit damit deutlich verbessert wurde. Zumindest gab es auch bei unserem Mach-E seither keinerlei unerwünschte Ausbrüche mehr - das überlassen wir lieben den tierischen Kollegen!

  • Fahrkomfort: hier gilt: trotz Update ist die Federung immer noch sehr hart. Man gewöhnt sich daran, aber wenn man mal mit einem anderen Auto fährt, fällt der Unterschied schon stark auf. Muss man wohl damit leben. Ein Highlight ist hingegen der One-Pedal-Drive-Modus - ich möchte nie wieder irgendetwas anderes fahren!

  • Verriegelung: nervt mich persönlich am allermeisten! Selbst nach einem Jahr habe ich immer noch nicht verstanden, nach welchem System und in welchen Konstellationen sich Beifahrer- bzw. Rückbanktüren oder die Heckklappe von außen öffnen lassen, sobald ein Fahrer drinnen sitzt oder die Fahrertür geöffnet wird. Potentielle Autodiebe, die an Ampeln unvermittelt ins Auto springen oder die Handtasche rausziehen, werden damit zwar mit Sicherheit keinen Erfolg haben, aber wie oft kommt das bei uns wohl vor? Hier hat die amerikanische Paranoia mit größter Wucht zugeschlagen!

Zusammenfassend überwiegen die Vorteile deutlich, zumindest für uns. Wir würden den Mach-E jederzeit wieder kaufen - obwohl die Preise zuletzt deutlich angezogen haben. Und der Mustang GT würde wohl sehr traurig sein, würde ihm der Strom-Bruder in der Garage abhanden kommen! Daher lassen wir ihn noch drinnen - zumindest für die nächsten 20.000 Kilometer!


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