Mach-E: Fahrspaß pur mit kleinen Wermutstropfen

3.000 km stehen bereits auf dem Display. Und wieder haben wir einiges gelernt und uns begeistern lassen. Dennoch ist die Freude nicht völlig ungetrübt. Warum unser Panoramadach nicht mehr davonfliegt und ob der Kostenvergleich passt, lest ihr hier.

Ford Mustang Mach-E Weiß mit Perlmutteffekt Seitenansicht
Die ersten 3.000 km hat das Strom-Pony einwandfrei absolviert.

Die Kilometeruhr schraubt sich unaufhörlich in die Höhe. Kein Wunder, der Mach-E fährt sich einfach so bequem und leise, dass man geneigt ist, alle anderen Autos stehen zu lassen und jeden noch so kleinen Weg damit zu bewältigen. Die ersten 3.000 km sind völlig problemlos verlaufen: keine Kinderkrankheiten, keine bösen Überraschungen, wachsende Fahrfreude. Und dennoch, ein paar winzige Kleinigkeiten stoßen sauer auf. Hier ein kleines Update nach zwei Monaten Eingewöhnungsphase:


Fahrwerk:

Schon klar, ein SUV hat einen höheren Schwerpunkt und neigt dazu, in den Kurven ein wenig zu schaukeln. Das wollte man beim Mach-E wohl verhindern. Ist auch gelungen, er liegt tatsächlich ziemlich gut in der Kurve, aber für den Preis eines knüppelharten Fahrwerks. Auf schlechten Straßen - und davon gibt es in Österreich leider viele - wird man ordentlich durchgeschüttelt. Das fällt umso mehr auf, als man auf einer guten Straße tatsächlich völlig ruckelfrei dahingleitet, wie auf einem fliegenden Teppich. Ein klitzekleines Manko, an das man sich zwar gewöhnt, aber ein wenig mehr Dämpfung wäre kein Fehler gewesen.


Panoramadach:

Wer das Technikpaket 2 bestellt, bekommt das großartige getönte Panoramadach, das sich bis weit hinter die Rückbank zieht. Richtig genießen können das allerdings nur die Gäste in der zweiten Reihe. Fahrer und Beifahrer haben kaum was davon. Und es sorgte bereits für den ersten Werkstattaufenthalt, hat Ford doch die ersten ausgelieferten Modelle zurückgerufen, weil genau dieses Panoramadach undicht sei. Irgendwo in Amerika wäre offenbar sogar mal eines während der Fahrt davongeflogen. Um die Garantie zu sichern, haben wir also das Dach neu eindichten lassen. Hat bei Ford Ornig in Wagna zwei Tage gedauert, und das Fahrzeug wurde außen und innen geputzt und vollständig geladen zurückgegeben. So gefällt das!


Fahrerassistenzsysteme:

Hier gibt es eindeutig die Bestnote! Nicht mal BMW schafft hier eine solche Präzision! Sind Tempomat, Abstandshalter und Spurassistent aktiviert, fährt das Auto quasi alleine. Und zwar nicht in Schlangenlinien wie beim BMW, sondern ohne Schlenkern immer mittig in der Spur. Man könnte die Hände tatsächlich komplett vom Lenkrad nehmen, würde nicht alle paar Sekunden eine entsprechende Warnung aufleuchten. Der Schritt zum komplett autonomen Fahren ist beim Mach-E wirklich nur mehr ein sehr kleiner!


Türgriffe:

Diese seien hier extra erwähnt, denn die sind ja ein optisches Highlight des Mach-E. Man öffnet die Tür durch einen kleinen Druck auf einen runden Button, der die Tür einen Spalt aufspringen lässt. Sieht spacig aus, wird aber spätestens dann lästig, wenn man oft Bekannte oder Fremde mitnimmt. Bis man denen erklärt hat, wie die Tür aufgeht, kann man genausogut aussteigen und die Tür chauffeursmäßig aufhalten. Vorteil: vor Carjacking oder Handtaschenraub an der Ampel ist man definitiv gefeit, denn jeder Dieb würde schon an der Tür kläglich scheitern!


Laden:

Anfangs noch etwas tricky, jetzt überhaupt kein Problem mehr. Der Mach-E wurde auch schon mehrmals an Schnellladestationen geladen. Hier hat sich gezeigt, dass die angegebene Restreichweite bei niedrigen Außentemperaturen viel zu hoch ist - wohl weil die Batterie gleich nach dem Laden noch sehr warm ist. Fährt man dann gleich weg, rasselt sie mindestens 20 - 30 km innerhalb weniger Fahrkilometer hinunter. Muss man wissen. Für oft genützte Ladepunkte kann man übrigens über die FordPass App einstellen, wie hoch maximal geladen werden soll. Bei der Wallbox daheim sind das jetzt standardmäßig 80 %. Braucht man doch mehr, kann man über die App manuell auf 100 % umstellen.


Verbrauch:

Bei allem Fahrspaß: natürlich soll das Auto auch noch wirtschaftlich sein! Nach 3.000 Winterkilometern liegt der Durchschnittsverbrauch bei etwa 28 kWh/100 km. Das ist zwar weit über dem angegebenen Normverbrauch (17 kWh/100 km), aber angesichts der durchgehend sehr kalten Temperaturen und meiner sportlichen Fahrweise vollkommen in Ordnung. Da wir hauptsächlich zuhause laden, beträgt die Einsparung auf 100 km gegenüber einem klassischen Benziner mit 6 Litern Verbrauch bei den aktuellen Strom- und Treibstoffpreisen dennoch etwa 29 %. Berücksichtigt man, dass ich als Unternehmerin im Gegensatz zu einem Verbrenner beim E-Auto auch die Vorsteuer für den geladenen Strom abziehen kann (eines der Goodies der österreichischen Bundesregierung für betrieblich genutzte E-Autos), beträgt die Ersparnis sogar 40 %! Gefällt mir!


Das Gesamtfazit ist also immer noch sehr, sehr gut. Man fällt definitiv auf mit dem Mach-E und das Fahren macht unglaublichen Spaß! Optik und sonstige Ausstattungsmerkmale habe ich bereits in einem früheren Beitrag kurz beschrieben, den ihr hier findet!

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