Entlang der slowenischen Savinja bis Celje

Einem Fluss zu folgen, ist eine spannende Sache. Vor allem, wenn er in einer so wunderschönen Gegend wie dem slowenischen Logartal im Grenzgebiet zu Kärnten entspringt. Dort kann man sich durchaus länger aufhalten, bevor man sich aufmacht, um weiter flussabwärts den atemberaubenden Ausblick von der Burg in Celje zu genießen.

Auf der Solčava Panoramastraße.

Die ersten Sonnenstrahlen blinzeln über den Bergkamm, die Wiese im Tal dampft mystisch. Der Eingang zum Logartal (slo. "Logarska Dolina") bei der Kapelle Kristusa Kralja ist noch einsam und verlassen, als wir uns zu Fuß auf den Weg machen zum Ursprung der Savinja (dt. "Sann"). Der liegt zwar in den Steiner Alpen, dem Grenzgebirge zwischen dem österreichischen Kärnten und dem slowenischen Savinjska, den Namen Savinja trägt der Fluss aber erst ab dem Wasserfall Rinka am Ende des Logartals. Der ist Naturerbe, einer der höchsten freifallenden Wasserfälle in Slowenien und Ausgangspunkt für zahlreiche Wanderwege in die Steiner Alpen.

Die Tour entlang der Savinja bis Celje umfasst etwa 160 Kilometer.
Schon die Anfahrt über den Paulitschsattel ist malerisch.

Nach etwa sieben Kilometern einsamen Fußmarsches durch das malerische Tal haben wir den Wasserfall erreicht - und sind plötzlich gar nicht mehr alleine! Weniger Sportliche können nämlich mit dem Auto bis wenige Höhenmeter vor den Wasserfall fahren, gegen eine Gebühr von 7 Euro, die man am Eingang des Tals entrichten muss. Vom Parkplatz aus ist man in 10 Minuten ganz entspannt oben und kann sich anschließend im Café und Souvenirshop stärken. Der Parkplatz ist voll, und wieder zeigt sich, dass kein einziger Österreicher den Weg hierher gefunden hat, obwohl das Logartal von Bad Eisenkappel in Kärnten aus über den kleinen Grenzübergang Paulitschsattel leicht und vor allem ausblicksreich zu erreichen ist - perfekt also für einen Pony-Ritt. Ein weiteres Indiz, dass Slowenien für Südösterreicher als Urlaubsregion immer noch nicht angekommen ist.

Rinka Wasserfall mit Adlerhorst

Dabei bekommt man einiges geboten: eine "Adlerhorst" genannte Aussichtsplattform in schwindelerregender Höhe, und vor allem einen steifen Hals, möchte man am Fuße des Wasserfalls bis zur der Stelle hinaufblicken, an der das Wasser in den Abgrund stürzt. Wobei "stürzen" es nicht ganz trifft - aufgrund der anhaltenen Trockenheit zeigt sich der Rinka Wasserfall bei unserem Besuch eher als bescheidenes Rinnsal, das Flussbett durch das Logartal ist sogar auf weite Strecken komplett ausgetrocknet. Wasser bekommt die Savinja erst wieder am Talausgang durch den Palenk, wo übrigens ein weiterer imposanter Wasserfall zu bestaunen ist.



Wer schon mal da ist - zahlreiche Pensionen und Hotels in allen Preisklassen laden dazu ein, auch länger zu bleiben -, sollte unbedingt die Solčava Panoramastraße befahren, eine Rundstrecke entlang des Grenz-Bergkamms nördlich des Logartals mit unglaublichen Ausblicken auf die umliegende Bergwelt und das Tal. Mehrere Bergbauernhöfe bieten Zimmer an - mehr Einsamkeit und Erholung geht nicht. Trotz stellenweisem Schotterbelag sollte man diese Ausblicke auf keine Fall versäumen! Nur wenige Kilometer vom Eingang zum Logartal entfernt befindet sich übrigens die Lintver-Höhle, in der der Sage nach der auch in Kärnten bestens bekannte Lindwurm sein Unwesen getrieben hat. Putzige kleine Lindwurm-Statuen finden sich im gesamten Tal. Leider sind die Stufen zur Höhle derzeit aufgrund von Steinschlag gesperrt, man kann sich also leider nicht auf die Suche nach dem Original machen.


Die Savinja im Tal Robanov Kot.

Wir folgen dem Flusslauf der Savinja durch das Tal Robanov Kot, wo die Savinja einen beeindruckenden Canyon in den Berg gegraben hat. Die Straße schlängelt sich an den bedrohlich aufragenden Felsen entlang - und bisweilen auch unterhalb durch. Am Talausgang befindet sich mit dem Touristen-Dörfchen Luče ein echtes Kleinod. Ab Luče weitet sich das Tal und die Savinja fließt in mehreren Kurven gemächlich durch wenig aufregende Dörfer und Kleinstädte, bevor sie in der Bezirkshauptstadt Celje (dt. "Cilli") einen scharfen Knick nach Süden macht und in Zidani Most in die Save fließt.


Auf diesen Knick - und den aktuell sehr niedrigen Wasserstand der Savinja - blickt man am besten von der Burg Celje aus, die sich majestätisch am südöstlichen Rand der Stadt erhebt. Sie ist beeindruckend groß, besonders gut erhalten und beherbergt ein sehenswertes Museum für Folterwerkzeuge. Den Tag ausklingen lassen lässt sich dann am besten in der historischen Altstadt in einem schicken Café in der Fußgängerzone.

Neben dem weitaus bekannteren Soča-Tal im westlichen Slowenien (nachzulesen hier) sind das Logartal und das Robanov Kot Tal weitere Beweise für die unglaublichen Naturschönheiten, die man in Slowenien finden kann - wenn man genau hinschaut! Wer wenig Touristen, dafür Erholung und sensationelle Ausblicke sucht, der ist hier genau richtig!


Hier gibt es noch mehr Anregungen zu Pony-Touren!





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