Die französische Riviera mit dem Mustang GT

Die Cote d'Azur - Sehnsuchtsort, Filmschauplatz, Treffpunkt der Schönen und Reichen. Dort fühlt sich der Mustang GT wohl, weist sie doch eine der höchsten Sportwagendichten der Welt auf. Nach der Glitzerwelt und aufregenden Passstraßen entspannt man am besten am beschaulichen Comer See und bei einem Glas Wein in Südtirol!

Mustang GT vor Casino in Monaco, Monte Carlo
Das Casino in Monaco ist Treffpunkt der Schönen und Reichen
Tourenplan Frankreich Italien Österreich
Knapp 1.400 km umfasst die Tour durch Frankreich, Italien und Österreich

Frankreich - Cote d'Azur


Erstes Ziel nach der frühmorgendlichen Ankunft in Toulon (siehe Mustang GT Inselhopping im Mittelmeer) ist das beschauliche Fischerdorf Saint-Tropez, auf einer kleinen Halbinsel im Golf von Saint-Tropez gelegen. Louis de Funes, Brigitte Bardot und DJ Antoine lassen grüßen. Beschaulich? Während die Fahrt über die Route de Dom und La Mole im Hinterland noch mustangherzerfrischend durch Weinberge und Wälder führt, in denen es unglaublich intensiv nach Gewürzen riecht, stehen wir bei der Einfahrt nach Saint-Tropez bereits im Stau. Ein Tiefgaragenplatz findet sich erfreulicherweise trotzdem schnell und dann möchte man sich natürlich den weltberühmten Hafen ansehen und an der Mole einen Kaffee mit Blick aufs Meer genießen. Pustekuchen!


Im Hafen drängen sich dicht an dicht dutzende Superjachten, der Kaffeetrinker im Café de Paris kann maximal den Superreichen dabei zusehen, wie sie auf ihrer Außenterrasse Champagner schlürfen oder das emsige Personal die Böden schrubbt. Auch der Blick von der Hafenmole aus ins Dorf ist komplett verstellt. Nichts für ungut, ich gönne wirklich jedem seinen Luxus, aber hätte man diese Riesendinger nicht draußen vor dem Hafen verankern können? Jede dieser Luxusjachten hat ein Beiboot, mit dem man beschaulich zum Frühstück in den Hafen schunkeln kann. Wirklich schade, Louis hätte sich im Grab umgedreht!


Cote d'Azur Saint-Tropez Hafen Superjachten
Das beschauliche Saint-Tropez - was man halt davon sieht...

Aber das Schlimmste kommt noch: durch seine Lage führt nur eine einzige Straße aus Saint-Tropez hinaus Richtung Norden und Osten, rund um den Golf von Saint-Tropez. Hier befinden sich einige schöne Strände (St. Maxime, La Nartelle), aber die Straße ist ein einziger Parkplatz! Stau in beide Richtungen, nichts geht mehr. Links und rechts brausen in halsbrecherischer Geschwindigkeit die Motorräder und Mopeds vorbei, bei diesem Verkehr die absoluten Kings. Für die Strecke Saint-Tropez - La Nartelle (19 km) am Meer entlang brauchen wir mehr als 2 Stunden! Da bist du zu Fuß bald schneller...

Mustang GT weiß mit Blick aufs Meer vor La Garonette
Foto-Spot oberhalb von La Garonette

Obwohl die Straße entlang des Meeres ja eigentlich sehr schön ist, fahren wir genervt bei der ersten Gelegenheit in La Garonette ins Hinterland und finden eine wunderschöne, kurvige Straße vor, die sich über die Berge schraubt, vorbei an Fréjus und einem riesigen, sehr einladend wirkenden Lac de Saint-Cassien, einem Fischer- und Wassersportparadies, immer wieder mit traumhaften Blick aufs Meer. Perfekt für das Pony, eine wohltuende Entschädigung für die Verkehrshölle rund um den Golf von Saint-Tropez!


Nächstes Ziel ist Grasse, die Welthauptstadt des Parfums, Schauplatz im Literaturbestseller "Das Parfum" von Patrick Süskind. Grasse liegt etwa 20 km nord-westlich von Cannes auf einem Bergrücken, mit herrlichem Blick aufs Meer und steilen Straßen. Wer sich für Parfum interessiert, hat hier mehrere Gelegenheiten, den Parfumeuren bei der Arbeit zuzusehen. Einige weltbekannte Parfumhäuser bieten entsprechende Führungen an. Uns zieht es aber weiter nach Cannes.

Cote d'Azur Cannes Hotel Intercontinental Carlton Croisette
Promi-Hotel Intercontinental Carlton in Cannes direkt an der Croisette

Cannes empfängt uns herzlich, mit moderatem Verkehr und Tiefgaragenplatz direkt am Hafen unter dem Kongresszentrum, in dem die alljährlichen Filmfestspiele stattfinden. Die Überraschung des Tages: für etwa 3 h Parken zahlen wir gerade mal € 0,90! Kein Witz! Wandelt man an der Croisette entlang, wechseln sich landseitig bekannte Hotels und Luxusmarkenshops ab, während man meerseitig die Qual der Wahl hat, in welchem Beach Club man denn seinen Aperol Spritz um € 20 schlürfen möchte. Gleich in den Seitengassen der Croisette bekommt man ihn schon deutlich billiger, aber eben ohne Loungemusik und Promifaktor. Wer sein Geld bei Louis Vuitton und Co. ausgeben möchte, dem sei zur Eile geraten: um 19 Uhr ist alles dicht! Hier gibt es kein Shoppen bis Mitternacht, so wie an den Adriastränden. Insgesamt ist die Luxusautodichte hier deutlich geringer als erwartet. Das soll sich aber bald ändern.


Nachdem man Nizza bewältigt hat (das wir wegen Ermüdungserscheinungen nur durchqueren), beginnt der Anstieg in die Berge, eine kurvenreiche, aber sehr gut ausgebaute Straße, die sich etwa 50 m oberhalb des Meeres an den Hängen entlangschlängelt. Sagenhafte Ausblicke inklusive! Vermuten wir zumindest, uns hat leider ein hartnäckiger Nebel die Sicht versperrt und die Küste in eine trostlose Novemberstimmung getaucht...


Die Einfahrt in unser nächstes Ziel Monaco ist aber auch ohne Sonne spektakulär: um die Höhendifferenz zu überwinden, schraubt sich ein Tunnel etwa drei Ebenen kreiselförmig in die Tiefe (Tunnel Rainier III). Monaco ist deutlich größer als erwartet, unglaublich dicht besiedelt, jeder Quadratzentimeter wird genutzt, in die Höhe und und in die Tiefe! Es gibt sogar eigene Busverbindungen. Die hohe Ferrari-Dichte wird dem Ruf der Stadt absolut gerecht, hier treffen wir auch die meisten Mustang-Brüder auf der gesamten Tour! Als Motorsportfan muss man natürlich einen Teil der Formel 1-Strecke abfahren und kann sich kaum vorstellen, dass die Boliden mit bis zu 300 km/h durch die engen Straßen fetzen. Wer eine kleine, gemütliche Runde auf einem Teil der Rennstrecke mitfahren will, der klickt hier:


Links und rechts des Fürstentums ist die Küste dicht besiedelt, wohl eine sehr begehrte Wohngegend! Dennoch sind die Preise noch erträglich, ein Cafe Latte und eine heiße Schokolade im Café de Paris direkt am Casinoplatz in Monaco schlagen mit € 13 zu Buche.

Nach weiteren ausblicksreichen 15 km entlang des Meeres überwinden wir schließlich die 380 km an unser nächstes Ziel über die Autobahn. Während der Verkehr in und um Mailand der Wahnsinn ist, präsentiert sich der etwas weiter nördlich gelegene Comer See höchst beschaulich.


Italien - Lombardei


Mustang GT weiß vor Comer See, Lombardei
Am Comer See geht es höchst beschaulich zu

Die Sommerresidenz der betuchten Mailänder - der Comer See - ist nichts für Party People, ab 19 Uhr werden die Gehsteige hochgeklappt. Sehenswert sind allerdings die zahlreichen Villen direkt am See, entlang der teils sehr engen, kurvenreichen Straßen. An den "Hauptstraßen" kommen zum Teil keine zwei Kleinwagen aneinander vorbei. Lustig wird es, wenn der Bus entgegen kommt. Die bekanntesten Villen findet man übrigens an der Westküste, beispielsweise die Villa Oleandra, kurz nach Carate Urio, aktuell im Besitz von George Clooney. Oder die Villa del Balbianello, am Spitz einer kleinen Halbinsel vor Lenno gelegen. In der Gartenanlage der Villa wurden die Szenen aus dem James Bond Film Casino Royal gedreht, in der sich Bond von der eiermassierenden Auseinandersetzung mit Le Chiffre auf dem Schiff erholt. Die Terrasse mit Seeblick war wiederum Schauplatz eines Kusses zwischen Padmé und Anakin in Star Wars Episode 2.


Comer See Villa del Balbianello
Die Villa del Balbianello ist begehrter Filmschauplatz

Um sich wie am Filmset zu fühlen, muss man aber viel Zeit und Geduld mitbringen. Die Villa und die gesamte Halbinsel sind umzäumt und man benötigt ein Ticket (€ 22 pro Person, möglichst vorab buchen!). Montags und Mittwochs ist geschlossen, natürlich waren wir mittwochs dort. Interessanterweise fahren an diesen Tagen auch die Wassertaxis aus dem nahegelegenen Lenno nicht, sodass man die Villa nicht mal vom See aus für ein Foto anfahren kann (Geschäftssinn haben die dort keinen...). An den restlichen Tagen wird erst um 10 Uhr geöffnet. Wer also so wie wir glaubt, es wäre gescheit, um 9.30 Uhr den Weg über die Halbinsel (ca. 20 min) anzutreten, um dann als erster am Ticketschalter zu stehen, irrt. Auch der Weg wird erst um 10 Uhr geöffnet, man ist also frühestens um 10.30 Uhr auf der Anlage. Die Wassertaxis fahren auch erst nach 10 Uhr. Zu spät für uns, die Villa wollte uns einfach nicht, daher gibt es leider nur ein schlechtes Bild von weiter weg. Wer die Villa googelt, wird allerdings sehen, dass wir einiges versäumt haben.


Einen weiteren James Bond Filmset findet man etwa 10 km weiter nördlich in San Siro. Auf den Stufen der Villa Gaeta wurde die Schlussszene von Casino Royal gedreht, in der Bond Mr. White ins Bein schießt. Das wunderschöne, alte Gebäude ist im Privatbesitz und kann nur von außen besichtigt werden. Wenn man nicht, so wie wir, mit 90 km/h daran vorbeirauscht. Die Villa befindet sich dummerweise nämlich genau in den 50 Metern zwischen zwei Tunneln, mit einer kleinen Ausfahrt, die man mit Sicherheit versäumt, wenn man nicht genau weiß, dass sie sich dort befindet. Also: im zweiten Tunnel nach Nobiallo Geschwindigkeit reduzieren, die Ausfahrt kommt direkt nach dem Tunnel! Oder vom Norden her zufahren.


Leider ohne tolle Villenfotos verlassen wir den Comer See gen Norden und fahren nach der Brücke Richtung Sünders/Sondrio, einer Provinzhauptstadt mit etwas mehr als 20.000 Einwohnern. Auf dem Weg dorthin passiert man das Valtellina-Weinbaugebiet, wo bereits vor Christi Wein angebaut wurde. Es wird die bei uns eher unbekannte Nebiollo-Rebe gekeltert, auch Äpfel werden hier großflächig kultiviert. In Teglio gabelt sich der Weg: links fährt man in die Schweiz, Richtung St. Moritz, rechts in zahlreichen Serpentinen steil hinauf auf den Abränke-Pass/Passo dell'Aprica auf knapp 1.200 m Seehöhe. Wir folgen der Passstraße und werden mit atemberaubenden Ausblicken auf die Bergamasker Alpen belohnt. Abränke ist ein kleines, aber feines Skigebiet und auch im Sommer tummeln sich hier zahlreiche Wanderer und Radfahrer.


Edolo Lombardei Passo dell'Aprica
Edolo ist ein kleines Städtchen in den Bergen

Nach etwa 15 km kurviger, aber gut ausgebauter Straße den Berg wieder hinunter erreicht man Edolo, eine nette Stadt mitten in den Bergen. Nach weiteren 30 km steigt die Straße wieder steil an, und nach einigen mächtigen Spitzkehren ist man am Tonalepass/Passo di Tonale auf knapp 1,900 m Seehöhe angelangt. Auf dieser Hochebene erstreckt sich ein riesiges Skigebiet, von dem wir noch nie etwas gehört haben, obwohl wir schon oft in Italien Skifahren waren. Auch hier steppt der Bär, der riesige Ort mit mehreren 10-stöckigen Hotels ist voller Menschen. Die Straße zählt auch zu den beliebtesten Bergpässen unter Motorradfahrern, entsprechend vielen begegnet man auf der Strecke.


Direkt am Tonalepass verläuft die Grenze zwischen der Lombardei und Südtirol. Mehrere Straßenposten aus der Zeit vor und während des 1. Weltkrieges zeugen davon, dass der Grenzverlauf heftig umkämpft war. Einer davon, das Forte Strino, liegt direkt an der Straße und ist einer der größten erhaltenen Posten, den man auch zumindest von außen besichtigen kann. Vom Parkplatz des Forts bzw. vom Fort selbst bietet sich ein unvergleichlicher Panoramablick auf das 3000er-Bergmassiv im Süden.


Talwärts ist die Straße deutlich weniger steil und eng, allerdings auch sehr kurvig, und damit höchst Mustang-tauglich. Sie führt entlang der Torrente Nocce, einem Wildwasserbach. Hier sind die Wassersportler zu Hause, an zahlreichen Stellen werden Rafting-Touren angeboten. Vorbei an einem weiteren Skigebiet erreicht man schließlich den Lago di Santa Giustina. Wer immer noch nicht genug hat von Bergpässen biegt links ab und überquert den Mendelpass, um nach Bozen zu gelangen. Wir fahren südwärts Richtung Cles, denn es steht noch ein Etappenziel auf dem Plan: Tramin an der Weinstraße, das man von Cles aus allerdings recht umständlich um einen Bergrücken herum anfahren muss.


Italien - Südtirol


Mustang GT in Tramin an der Weinstraße, Südtirol
Tramin vereint südliches Flair und hohe Berge

Tramin liegt - wie der vollständige Name schon sagt - an der Südtiroler Weinstraße und ist Heimat des Gewürztraminers. Anders als in den Weingebieten, die wir zuvor durchquert haben, wird der Wein hier nicht an den dafür zu steilen Berghängen angebaut, sondern in der Ebene. Das gesamte Tal ist eine einzige Weinkultur, durchbrochen nur von der Autobahn und einigen Apfelkulturen. Der Kontrast zwischen südlich anmutenden Palmen und senkrechten Felswänden ist spektakulär. Ganz in der Nähe befindet sich auch der familiäre Kalterer See. Zahlreiche Weingüter und Buschenschenken bieten Speis und Trank feil, allerdings recht hochpreisig. Der Wein ist gut, aber keine Sensation, also muss auch hier kein Platz für Weinkartons im Pony gefunden werden. Die Brettljause ist nett, die nächste gibts aber wieder daheim in der Steiermark!


Ostwärts geht es weiter ab Brixen durch das malerische Pustertal, dessen landschaftlicher Charme aber deutlich unter dem massiven Verkehrsaufkommen auf der einzigen Verbindung zwischen der Brennerautobahn und Osttirol leidet. Es geht ermüdend schleppend voran, bis wir endlich Lienz erreichen und nach einem weiteren kurzen Stopp am Kärntner Weißensee die endgültige Heimreise antreten.













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